1 Über diese Vorgänge liegt im einzelnen noch manches Dunkel; Machotka, a. a. O., behauptet, daß die Wlassow-Truppen von sich aus den Aufständischen ihre Hilfe anboten. Er berichtet weiter: „Obwohl die Verteidigungssituation schwer war, war es nicht einfach, mit den Vertretern russischer Einheiten, die eigentlich ihr Volk verraten haben, zu verhandeln. Der Nationalrat hat grundsätzlich jedes politische Abkommen ausgeschlossen. Er erlaubte den Wlassow-Leuten, nur im Einvernehmen mit unserem Militärstab gegen die Deutschen zu kämpfen.” Bald jedoch sei es zu Verstimmungen zwischen dem Nationalrat und den Wlassow-Truppen gekommen, so daß diese den Kampf am folgenden Tag einstellten. „In manchen Prager Vierteln haben die Wlassow-Leute ein gutes Stück Arbeit geleistet, und im großen und ganzen haben sie die Stimmung der kämpfenden Einheiten sehr gehoben, die nach den ständigen, scheinbar zwecklosen Hilferufen durch den Rundfunk den Eindruck hatten, daß uns alle verlassen haben.”
Reitlinger, Die SS, S. 369 ff., gibt dagegen an, daß „die Tschechen Wlassow baten, ihnen Bunischenkos Division zu leihen, um die SS zu entwaffnen”. Er kommt zu dem Schluß, daß die Wlassow-Truppen „zwischen den Fronten und für keine der beiden Seiten” kämpften. Offenbar handelte es sich aber um einen klaren Stellungswechsel der Wlassow-Truppen während des Kampfes. Über das Eingreifen der Wlassow-Armee s. auch Dennler, a. a. O., S. 161 f.; vgl. auch Bericht Nr. 24, S. 110.