4 Für die Beurteilung der „Revolutionsgarde” (Partisanen) ist ein im Olmützer „Osvobozený Našinec” (Der befreite Landsmann) am 17. August 1945 erschienener Artikel „Očista Partizanů” (Säuberung bei den Partisanen) aufschlußreich. Dort heißt es:

„Heute ist jedermann ‚Partisan'. Der eine deshalb, weil er einen Partisanen gesehen hat, der andere deshalb, weil er von ihnen etwas gehört hat, der dritte deshalb, weil er sie angeblich unterstützt hat, der vierte erhielt im Mai eine Flinte in die Hand gedrückt, der fünfte arbeitete den ganzen Krieg über gegen die Deutschen usw. Jeder will für seine großartige Tätigkeit und seine Verdienste auch die größten Rechte in Anspruch nehmen. Überall bemüht er sich, sich vorzudrängen und hat in sich nichts von dem, was der echte Partisan hat, was ihm blieb, was er aus den Bergen mitbrachte, aus dem Kampf, nämlich die brüderliche Liebe des einen zum anderen.

Wo sind denn die echten Partisanen? Sie sind schweigend in den Hintergrund gedrängt. Keiner von ihnen kämpfte dafür, daß er einmal in der befreiten Republik Vorteile dafür erhalte. Haben sie ihr Leben deshalb eingesetzt, daß der

Staat sie nach Beendigung des Kampfes für ihre heldenhaften Taten ernähre? Nein — alle arbeiten bereits seit langer Zeit, jeder auf seinem Platz, ah Muster für die anderen. Ihre Partisanen-Aufgaben übergaben sie der neugebildeten tschechoslowakischen Armee, und der echte Partisan kehrte au seinen Arbeitsplatz zurück. Solange sie nicht dazu gerufen wurden, ging keiner von den Partisanen ins Grenzgebiet, um dort ‚Goldgräber' zu werden. Wer sich heute Partisan nennt, ohne es gewesen zu sein, ist ein charakterloses Individuum, das den echten Partisanen, der dem Feind schwere Verluste zufügte, um seinen guten Namen bringt.” (Übersetzung aus dem Tschechischen.)