2 In den ersten Wochen nach Kriegsausbruch wurde in Polen aus Soldaten und Offizieren, die nach der Zerstörung der Tschechoslowakei dorthin geflohen waren, eine tschechoslowakische Freiwilligen-Einheit unter General Prchala aufgestellt, die jedoch nicht mehr zum Einsatz kam und von der Roten Armee interniert wurde. Ein Teil dieser Soldaten gelangte über den Nahen Osten zu den im Westen aufgestellten tschechoslowakischen Verbänden. Aus den in der Sowjetunion Zurückgebliebenen und tschechischen und slowakischen meist kommunistischen Emigranten wurden auf Grund der Vereinbarung vom 18. Juli 1941 zwischen der Sowjetunion und der tschechoslowakischen Exilregierung in London (Text in War and Peace Aims of the United Nations, Bd. I, S. 353) eigene nationale militärische Einheiten unter einem von der Exilregierung mit Zustimmung der Sowjets ernannten Befehlshaber gebildet. Den militärischen Befehl übernahm der spätere General Ludvík Svoboda. Die tschechoslowakischen Verbände wurden unter sowjetischem Oberbefehl an der Ostfront eingesetzt und erhielten Zuwachs durch Überläufer nationalslowakischer Einheiten, die auf deutscher Seite eingesetzt waren, später nach der Rückeroberung Wolhyniens durch die Rote Armee auch aus den dort lebenden tschechischen Siedlern. Spezialeinheiten nahmen am slowakischen Aufstand teil (s. den zweiten Teil [B] der Einleitenden Darstellung, S. 160), das Gros wurde in den Kämpfen am Duklapaß eingesetzt und erlitt dabei schwere Verluste. Nach der Besetzung der Slowakei und der tschechischen Gebiete stellte die Svoboda-Armee, die inzwischen durch Rekrutierungen auf Heimatboden und die Eingliederung von Partisanenverbänden beachtlich gewachsen war, die Kader für den Aufbau der tschechoslowakischen Armee. Eine ihrer ersten Aufgaben war die Besetzung der wirtschaftlich wichtigsten Gebiete des Sudetenlandes, wo sie bald, vor allem bei den Austreibungsaktionen, eine berüchtigte Rolle spielte.