1 Eine besondere Initiative entwickelten die Labour-Abgeordneten Stokes und Strauss im britischen Unterhaus. In wiederholten Interpellatioen setzten sie sich für eine menschliche Behandlung der Entrechteten ein. Stokes entschloß sich schließlich im Sommer 1946 zu einer Reise in die ČSR, um sich über die dort herrschenden Zustände zu informieren. Seinen Bericht darüber, in dem die verzweifelte Situation der noch zu dieser Zeit in den Internierungs- und Arbeitslagern befindlichen Deutschen geschildert wird, wurde im „Manchester Guardian” vom 10. Oktober 1946 und in anderen britischen Zeitungen veröffentlicht, vgl. auch S. 63, Anm. 4. — Hier muß auch die Rede Churchills vom 16. August 1945 im Unterhaus erwähnt werden, der in aufsehenerregender Form auf die Vorgänge in Polen und der ČSR vor der Weltöffentlichkeit hinwies. Er ging zunächst auf die Austreibungsais tionen der Polen ein und erklärte dann weiter: „Aber über eine riesige Zahl dieser Menschen fehlt überhaupt jede Nachricht. Wohin sind sie gegangen und welches ist ihr Schicksal? Ähnliche Verhältnisse könnten sich bei der Vertreibung der Sudetendeutschen und der anderen Deutschen aus der Tschechoslowakei wiederholen. Spärliche und vorsichtige Berichte über das, was geschehen ist und noch immer geschieht, sind zu uns gelangt, aber es ist nicht unmöglich, daß sich eine Tragödie ungeheuren Ausmaßes hinter dem Eiserneu Vorhang abspielt, der jetzt Europa in zwei Teile scheidet.” (Parliamentary Debates — House of Commons, Bd. 413, S. 83.)