2 Neben Revolutionsgardisten wurden auch Angehörige der ehemaligen tschechoslowakischen Gendarmerie in die SNB übernommen. Da die SNB zunächst noch teilweise die früheren Polizeiuniformen trug, nahmen viele Internierte oder Häftlinge irrtümlich an, daß es sich um reguläre Gendarmerie handelte; vgl. z. B. die Berichte Nr. 27, S. 141; Nr. 34, S. 198; Nr. 40, S. 231, und andere. — Die bürgerlichen Parteien erhoben gegen Innenminister Nosek und die kommunistische Partei den Vorwurf, daß die SNB zur Durchsetzung kommunistischer parteipolitischer Ziele mißbraucht werde, und weigerten sich im Parlament, die Statuten der SNB zu billigen; vgl. auch „Svobodné Slovo” vom 25. Mai 1946, wo der kommunistischen Partei vorgeworfen wird, internierte deutsche NS-Propagandafachleute für ihre Wahlagitation zu verwenden. „Svobodné Slovo” knüpfte daran die Feststellung, daß die Öffentlichkeit begreifen wird, „warum die nationalsozialistische Partei [Beneš-Partei] darauf drängt, daß SNB und alle Sicherheitsbehörden dem ganzen Volk und nicht nur einer einzigen Partei dienen sollen. Hätte die kommunistische Partei nicht so einen entscheidenden Einfluß auf unsere innere Sicherheit [gemeint sind wohl Sicherheitsorgane], wäre es auch nicht möglich, für ihre Agitationszwecke festgenommene Deutsche aus Lagern auszuleihen.
Die Öffentlichkeit kann daraus ersehen, wer in Prag den Abschub von Deutschen oder wenigstens der Deutschen, die der kommunistischen Propaganda nützlich sein können, bremst.”