3 In „Dokumente zur Vertreibung der Sudetendeutschen” wird (S. XVII und 516 f.) ein Briefwechsel zwischen dem Direktor des Yiddish Scientific Institute Yivo in New York, Max Weinreich, und dem Außenminister der tschechoslowakischen Exilregierung, Jan Masaryk, aus dem Jahre 1942 mitgeteilt, in dem Masaryk auf die Frage nach dem Schicksal der böhmischen Juden bei einer Austreibung der Sudetendeutschen erklärt: That Jews are certainly not included in these as yet very hazy plans. — vgl. hierzu auch die Adresse Jan Masaryks an die Teilnehmer einer jüdischen Veranstaltung in New York am 24. Mai 1944, in der er versicherte, daß es in der wiedererrichteten Republik eine Diskriminierung der Juden nicht geben werde (wiedergegeben in: War and Peace Aims of the United Nations, Bd. II, S. 1034 f.).

Nach Peter Meyer, dem Verfasser des Abschnitts Czechoslovakia in dem Werk: The Jews in the Soviel Satellites, by Peter Meyer — Bernard D. Weinryb — Eugene Duschinsky — Nicolas Sylvais, Syracuse (USA) 1953, S. 47 ff., vor allem S. 60 ff., betrug die Zahl der Juden (nach der Volkszählung 1930) in den 1938 abgetretenen Gebieten Böhmens 20 838, Mähren-Schlesiens (einschließlich des an Polen abgetretenen Gebiets von Teschen) 9600, in den bei der ČSR verbliebenen 55 463 (Böhmen) bzw. 31650 (Mähren-Schlesien). Bei der Volkszählung vom 17. Mai 1939 wurden im Sudetenland noch 1534 Juden gezählt gegenüber 27 037 im Jahre 1930.

Im Protektorat Böhmen-Mähren ergeben sich vom 15. März 1939 bis 1943 folgende Zahlen:

H. G. Adler, a. a. O., S. 57 nennt für den 5. Mai 1945 2803 Juden, für Ende 1946 rund 24 000 (davon ein großer Teil neu zugewandert), während Meyer, a. a. O., für 1946 56 000 Juden (gegenüber 380 000 vor München) und 50 000 tschechoslowakische Juden in der Emigration angibt.