4 Offenbar war der Svoboda-Armee von vornherein die Aufgabe zugedacht, sofort nach der Besetzung der sudetendeutschen Gebiete die Deutschen abzutreiben. Der Sprecher der Armee bei der Brünner Befreiungsdemonstration am 14. Mai 1945 sagte u. a.:

„. . . unsere glorreiche Armee ist zu dem einzig möglichen Entschluß gekommen: die Republik als einen nationalen Staat der Tschechen und Slowaken aufzubauen. Wir werden von jenen Deutschen, die nicht in ein Gefängnis oder in ein Konzentrationslager gehen, verlangen, daß sie ihre Bündel packen und dorthin zurückgehen, woher sie gekommen sind.”

Informationsminister Kopecký erklärte am 25. Mai 1945 im Prager Rundfunk: „Das tschechoslowakische Militär ist schon in Bereitschaft für die Säuberung des

Grenzgebietes der Republik von Deutschen und Ungarn und für die Rückerstattung der Reichtümer dieser von altersher slawischen Gebiete in die Hände der Tschechen und Slowaken.” — vgl. auch die Äußerungen Kopeckýs vom 29. Mai 1945, oben S. 88, Anm. 2. (Zitate nach „Der Sozialdemokrat”, Nr. 68 vom 31. Mai 1945, S. 1089 f.)

Zu Beginn des Jahres 1947 griff der Journalist Michal Mareš nachträglich das Verhalten der in Böhmisch Kamnitz stationierten SNB-Kommandos bei der dortigen Austreibungsaktion vom 5. Juli 1945 an. Die SNB hätte von sieh aus die Austreibung befohlen, um die Habe und das Besitztum um so ungestörter ausplündern zu können; vgl. „Dnešek” vom 27. Februar 1947, S. 782. In einem am 6. März 1947 erschienenen Artikel dehnte Mareš seine Anklagen auch auf den Vorsitzenden des Nationalausschusses in Böhmisch Kamnitz aus.