1 Mehrere Zeitungsartikel und Kommentare, u. a. aus der sozialdemokratischen „Právo Lidu” und der kommunistischen „Rudé Právo” befinden sich in der Dokumentensammlung.
Wiederholt nahmen tschechoslowakische Politiker, so auch Ministerpräsident Fierlinger und Staatspräsident Beneš hierzu Stellung, hielten den westlichen Alliierten vor, daß sie, ganz im Gegensatz zur Sowjetunion, nicht immer volles Verständnis für die Anliegen und die Besorgnisse der Tschechen zeigen, und versicherten ihrem Volk, daß die Ausweisung der Sudetendeutschen in jedem Falle durchgeführt werde. In seiner Rede in Melnik am 14. Oktober 1945 erklärte Eeneš: „In letzter Zeit werden wir aber in der internationalen Presse kritisiert, weil die Umsiedlung der Deutschen bei uns in einer unwürdigen und unzulässigen Weise durchgeführt werde. Wir tun angeblich dasselbe, was die Nazisten uns getan haben; dadurch würden wir unsere eigene nationale Tradition und unseren bisher unberührten sittlichen Ruf antasten. Wir würden angeblich einfach die Nazîsten in ihren grausamen unzivilisierten Methoden nachahmen. — Mögen diese Vorwürfe vielleicht in Einzelheiten wahr sein oder auch nicht, ich erkläre ganz kategorisch: unsere Deutschen müssen ins Reich fortgehen, und sie werden in jedem Falle fortgehen.” (Übersetzt aus „Právo Lidu” vom 16. Oktober 1945.)