3 Das geht aus einem Schreiben des Leiters der VOMI, SS-Obergruppenführer Lorenz an Himmler vom 3. Februar 1942 hervor. Lorenz berichtet:

„Volksgruppenführer Karmasin hat Ihnen am 6. 11. 1941 das Problem der konfessionellen Schulen innerhalb der deutschen Volksgruppe in der Slowakei und seine Lösung vorgetragen. Zu dem diesbezüglichen Abkommen vom 15. 10. 1941 zwischen der Volksgruppenführung und den entsprechenden kirchlichen Stellen haben Sie Ihre Zustimmung gegeben.

Inzwischen sind neue Schwierigkeiten seitens der katholischen Kirche eingetreten. Im Nachfolgenden gestatte ich mir daher, Reichsführer, Sie über den derzeitigen Stand der Angelegenheit in Kenntnis zu setzen:

Ende Oktober 1941 erklärte der Beauftragte der slowakischen Bischöfe für die deutschen katholischen Belange, Pfarrer Steinhübel, — der den obigen Vertrag unterzeichnete — dem Leiter der deutschen Schulabteilung, Dr. Wodilla, daß von kirchlicher Seite der Punkt l des Vertrages nicht eingehalten werden könne und Kirchenschulen belassen werden müßten.

Ein von Bischof Vojtašák herausgegebenes Diözesan-Rundschreiben des Zipser Bistums vom 7. 6. 1941 weist die katholischen Seelsorger an, sämtliche katholischen Kinder, die eine nichtkatholische Schule besuchen, mit dem Kleinen Bann zu belegen.

Nach der Kündigung obiger Vereinbarung bezieht sich diese Weisung auf die katholischen deutschen Schüler der neutralen deutschen Gemeindeschulen, wenn in der gleichen Gemeinde eine katholische slowakische Gemeindeschule vorhanden ist. Worauf es den slowakischen Kirchenstellen dabei ankommt, zeigt ein Fall, der sich in Zipser-Neudorf ereignete:

Seit September 1941 ist die dortige deutsche evangelische Volksschule in eine Gemeindeschule umgewandelt worden; seit der gleichen Zeit wurde hier durch den katholischen Ortspfarrer die Erteilung des Religionsunterrichtes mit dem Hinweis auf obiges Diözesan-Schreiben beharrlich verweigert, obwohl die Abhaltung dieses Unterrichtszweiges gesetzlich gefordert wird.

Mit Rücksicht auf die noch teilweise religionsgebundene Haltung der Mitglieder der Deutschen Partei ist dieser Zustand völkisch gesehen bedenklich, weil die Gefahr besteht, daß die Kinder aus der deutschen Schule genommen werden. Gerade in dieser politischen Auswirkung ist der Zweck des Diözesan-Schreibens, der die Slawisierung bzw. die Verhinderung der Rückvolkung der katholischen deutschblütigen Kinder erzwingen soll, zu sehen.

Bei den entsprechenden außenpolitischen Richtlinien hinsichtlich der Volksgruppenpolitik kann im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt derzeit lediglich geprüft werden, ob eine Regelung der Angelegenheit durch neu zu erlassende Gesetzes-Bestimmungen für das deutsche Schulwesen in der Slowakei möglich ist, nicht aber eine tatsächliche Abstellung der Mängel in Aussicht gestellt werden.” Himmler Files, Folder 6.