1 Der Plan Eisenhowers, des Oberbefehlshabers der alliierten Streitkräfte im Westen, sah zunächst einen Vorstoß nach Mitteldeutschland bis zum Mittellauf der Elbe vor, wo man mit den sowjetischen Truppen zusammenzutreffen hoffte, und einen späteren Vormarsch der beiden Flügel bis auf eine Linie in gleicher Höhe, die sich von Lübeck bis nach Österreich hinunter erstreckte. Der Südflügel sollte dabei vor allem die sogenannte „Alpenfestung” ausschalten und Verbindung mit den im Donautal vorstoßenden sowjetischen Armeen herstellen (vgl. Dwight D. Eisenhower, Kreuzzug in Europa, dt. Ausgabe, Amsterdam 1948, S. 458 ff.). Entsprechend seinen Vollmachten, in operativen Fragen Kontakt mit dem sowjetischen Oberkommando aufzunehmen, leitete Eisenhower seinen Plan Generalissimus Stalin zu, was den Protest Churchills herausforderte, der an die politische Bedeutung der militärischen Operationen in diesem Baum dachte. Churchill wünschte, daß die alliierten Truppen aus politischen Gründen soweit wie möglich nach Osten vorstoßen und die Tschechoslowakei und Prag befreien sollten (vgl. Winston S. Churchill, The Second World War, Bd. VI, London 1954, S. 400). Es gelang ihm aber weder bei Eisenhower noch bei Präsident Truman, mit seinen Vorstellungen durchzudringen. (vgl. auch Herbert Feis „Churchill, Roosevelt, Stalin, the war they waged and the peace they sought”, Princeton, N. J., 1957, S. 609 ff.) Über die weitere Entwicklung dieser Frage, vor allem im Zusammenhang mit dem Prager Aufstand, s. S. 57.