2 ) Dies wurde vor allem bei den Reichstagswahlen ersichtlich. So haben in Ober- und Niederschlesien, in Ostpreußen und Pommern bei der Reichstagswahl am 14. Sept. 1930 insgesamt nur 42710 Wähler für die polnisch-katholische Volkspartei gestimmt (vgl. ‚Die Wahlen zum Reichstag am 14. 9. 1930', Berlin 1932). Da nur ein Teil der Bevölkerung wahlberechtigt war und nicht alle Wahlberechtigten zur Wahl gingen, entspricht dieser Zahl polnischer Wahlstimmen im Höchstfalle eine polnische Minderheit von 100 000 Personen. Dabei muß allerdings berücksichtigt werden, daß die sich im wesentlichen auf Oberschlesien konzentrierende polnische Minderheit unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg stärker war. Infolge der Abwanderung von Polen und der allmählichen politischen Assimilierung ist die Zahl der für polnische Listen abgegebenen Stimmen nach 1921 stetig zurückgegangen.