2 In einem Befragungsbericht äußert sich Franz Schinko aus Szomor, der sich bei einem anderen Transport befand, über die damaligen Transportverhältnisse wie folgt: „Mit Unterstützung der deutschen Soldaten, d. h. der Waffen-SS, wurden wir in Herczeghalóm einwaggoniert und luden Getreide und Lebensmittel zur Verpflegung für Wochen auf. Der ungarische Stationschef erklärte aber, keine Loko-

motive zur Verfügung zu haben, und so standen wir vom 11.12.—16.12. Wir waren zwei Männer, die vereinbarungsgemäß diesen Transport begleiten sollten, damit die Frauen nicht allein blieben, darunter 70 Frauen und über 30 Kinder. Während dieser Zeit bereiteten wir unsere Mahlzeiten in den Gebäuden der Fürst Esterházy'schen Herrschaft nahe des Bahnhofes zu, wo auch viele von uns schliefen. Als uns der Stationschef täglich die Antwort wiederholte, die Strecke sei mit Truppen- und Munitionstransporten überlastet und es stünde keine Lokomotive zur Verfügung, begaben wir uns zum Sitz des nächsten Waffen-SS-Kommandos Torbágy und baten um Hilfe. Das deutsche Kommando intervenierte, und der Stationschef beförderte uns zwei Stationen weit bis Bicske, wo wir wieder einen Tag standen. Am nächsten Tag (17.12.) kamen wir bis Felsögalla, und so ging es in kleinen Etappen weiter, bis wir am 20.12.1944 in Komorn landeten. Hier standen wir auf dem Verladebahnhof mehrere Tage und stritten uns mit dem Stationsvorstand, der uns mit aller Gewalt wieder zur Ausgangsstelle zurückbefördern wollte. Er wie alle übrigen Vertreter der ungarischen Behörden waren grundsätzlich gegen unsere Flucht und versuchten unser Weiterkommen nach Westen somit zu verhindern, als es nicht als offenkundige Auflehnung gegen die Besatzungsmacht in Erscheinung trat. Wieder griff eine deutsche Kommandostelle ein und veranlaßte, daß uns eine deutsche Lokomotive vorgespannt wurde, die unsere 8 Waggons nach Linz beförderte, wo wir am 22.12. ankamen.”