1 Der kleine Kreis von Akademikern, der das kulturelle und politische Programm für eine ungarländische deutsche Politik herauszubilden suchte, bestand ausschließlich aus Männern, die nicht den Gebieten des späteren Rumpfungarns entstammten, wie der Zipser Sachse Edmund Steinacker, der von 1875—78 und von 1881—88 als Abgeordneter zum erstenmal für eine politische Zusammenfassung aller Donau-Schwaben eintrat, aber gerade wegen dieses Programms bei der Neuwahl 1888 von den Sachsen fallen gelassen wurde; weiter Dr. Ludwig Kremling, Rechtsanwalt in Weißkirchen, der 1905 in Werschetz die Ungarländische Deutsche Volkspartei begründete (ihre Kandidaten fielen jedoch bei den Parlamentswahlen 1910 durch) und der Siebenbürger Sachse Rudolf Brandsch, der sich seit 1910 ebenfalls als ein Vertreter des gesamten ungarländischen Deutschtums bezeichnete. Daneben gab es Kreise und Bestrebungen, die meist von einer akademischen Warte aus eine Volkstumsbewegung in Ungarn aktivieren wollten, zu nennen wären etwa die von Prof. Kaindl veranstalteten Karpatendeutschen Tagungen in Czernowitz (1911), Ruma (1912) und Wien (1913), die 1899 in Wien begründete Vereinigung schwäbischer Hochschüler aus den Ländern der ungarischen Krone und der 1912 ebenfalls in Wien gegründete Verein zur Erhaltung des Deutschtums in Ungarn, vgl. dazu Edmund Steinacker, „Lebenserinnerungen”, München 1937.