a. Die militärische Lage im Westen Böhmens.

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Auf ihrem Vormarsch nach Mitteldeutschland schwenkte die amerikanische 3. Armee (Patton) aus dem Raum von Erfurt nach Süden und Süd-Osten, um entsprechend Eisenhowers Operationsplan entlang dem Böhmerwald und der Donau nach Österreich und gegen die sogenannte „Alpenfestung” vorzustoßen1. In den letzten Apriltagen überschritten amerikanische Truppen an einigen Punkten die tschechoslowakisch-deutsche Grenze von 19372. Bis zum 4. Mai hatten sie das Egerland - - Eger war am 27. April gefallen —- und die nach dem Münchener Abkommen von der Tschechoslowakei an Deutschland abgetretenen Böhmerwaldkreise besetzt, die Protektoratsgrenze aber noch nicht überschritten, obwohl keine zusammenhängende deutsche Front existierte, die Rote Armee noch im nordöstlichen Sachsen und Ostmähren in heftige Kämpfe verwickelt war und Böhmen damit vor den Amerikanern offen lag.

Zu diesem Zeitpunkt kam es zu einem lebhaften Telegrammwechsel zwischen dem alliierten Oberbefehlshaber General Eisenhower und dem sowjetischen Generalstabschef General Antonow über ein kombiniertes Zusammengehen der verbündeten Armeen auf tschechoslowakischem Staatsgebiet3. Das Ergebnis dieser Verhandlungen war, daß die Sowjetrussen nur einem ameri-


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kanischen Vorgehen bis auf die Linie Karlsbad—Pilsen—Budweis zustimmten1. In den Abendstunden des 4. Mai erreichte die amerikanische 3. Armee der Befehl, bis auf diese Linie vorzustoßen2. Am 6. Mai hatten die Truppen Pattons bereits die befohlenen Ziele erreicht. Patton drängte bei seinem Oberbefehlshaber auf einen weiteren Vormarsch nach Innerböhmen, der ihm jedoch nicht gestattet wurde3.